Pressemitteilungen
Presseinformation vom 07.04.2009
Kleinere Hochschulbibliothek trotz Studiengebühren
Am 25.03.2009 wurden vom AStA der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe
(PH KA) Protestbriefe an Minister Prof. Dr. Frankenberg und an die
Landtagsabgeordnete der CDU Frau Schütz verschickt. Der Grund dafür ist,
dass ihre Hochschulbibliothek verkleinert werden soll. Der AStA fordert
allerdings mit einem deutlichen Verweis auf die Studiengebühren die
Beibehaltung der Bibliotheksgröße.
Im Sommersemester 2007 wurden an Hochschulen landesweit pro Student/-in
Semestergebühren in Höhe von 500 €, zur Verbesserung der
Studienbedingungen, eingeführt. Trotzdem wird es jetzt als nötig angesehen, die
Fläche der PH-Bibliothek um 1.000 m² zu reduzieren. Mit der drastischen
Folge, dass über 36.000 Bücher entsorgt werden müssen. In Zukunft werden
dann Literaturanschaffungen 1:1 mit der Entsorgung alter Literatur einhergehen.
Zu wenig Platz herrscht nur deshalb, weil die virtuelle „Grundlast“ der
Hochschule mit 2000 Studierenden angesetzt wird, tatsächlich aber 1.000
Studierende mehr eingeschrieben sind. Die Vernichtung von Büchern beruht
also darauf, dass die seit vielen Jahren bestehende Überlast nicht anerkannt
wird. Anders ausgedrückt, wird ein Drittel der Gesamtstudierendenzahl der
Pädagogischen Hochschule schlichtweg ignoriert.
Marius Stein, studentische Vertretung im Hochschulrat der PH, dazu: „Die
Studierenden sehen die Studiengebühren sowieso schon als sehr kritisch an.
Dass uns trotz des Menschenrechts verachtenden Mottos „Bildung gegen
Bezahlung“ die wissenschaftliche Grundlage unseres Studiums und die dringend
benötigten Plätze zum Arbeiten entzogen werden, ist eindeutig falsche
Sparpolitik!“
Auch die Leitung der PH und Teile des Lehrkörpers haben bereits Ihre
Bedenken dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gegenüber
schriftlich geäußert.
Presseinformation vom 07.11.2008
Studiengebühren sind bildungsfeindlich!
Karlsruhe – Auch an der PH-Karlsruhe tragen Studiengebühren nicht zur Verbesserung der Situation
von Studierenden bei. Ihre Verwendung ist auch für Insider, wie Dozent/innen und
Studierendenvertretungen, undurchsichtig.
Wie an vielen Hochschulen im Land kann auch an der PH Karlsruhe von einer Verbesserung der
Lehre durch Studiengebühren keine Rede sein. Durch die steigenden Lehrverpflichtungen der
Dozent/innen und deren zunehmenden Verwaltungsaufgaben wird die Betreuung der Student/innen
keineswegs besser. Die grundsätzlich mangelhafte Ausstattung der Hochschule mit Personal und
finanziellen Mitteln zeigt sich in überfüllten Hörsälen, mangelnden Seminarräumen, besonders aber in
der Nichtstudierbarkeit bestimmter Fächerkombinationen. Viele Pflichtveranstaltungen
unterschiedlicher Fächer finden gleichzeitig statt und führen schlimmstenfalls zu einer Verlängerung
der Studiendauer. Dazu AStA-Referentin Michaela Deininger: „Viele hoch motivierte und fleißige
Studierende haben es unter den derzeitigen Bedingungen äußerst schwer ihr Studium in der dafür
vorgesehenen Zeit zu absolvieren. Das viele sich noch zusätzlich das Geld für die Studiengebühren
und ihren Lebensunterhalt nebenher erarbeiten müssen, macht die Lage um so schlimmer.“
Die Einführung von Studiengebühren hat diese Situation nicht verbessert, sie können im besten Falle
ein Absinken der Studienqualität verhindern. Die massiven Kürzungen der Bildungsausgaben in den
letzten Jahrzehnten können nicht von Studierenden ausgeglichen werden. „Zudem kann es nicht das
Ziel sein, die Kosten für die Bildung an den Hochschulen auf die Rücken der Studierenden zu
verlagern. Studiengebühren sind sozial hoch selektiv und halten Menschen vom Studium hab. Das
haben aktuelle Studien zu Hauf bewiesen. Als angehende Grundschullehrerin kann und will ich nicht
akzeptieren, dass Lebenschancen nach dem Geldbeutel der Eltern verteilt werden.“ So Magdalena
Sucher, Vorsitzende des Arbeitskreises „AK Studiengebühren“.
Um die Transparenz der Verteilung der Studiengebühren zu gewährleisten gründete der AStA der
Pädagogischen Hochschule Karlsruhe ein Referat, das versucht, die Wege, die die Studiengebühren
innerhalb der Hochschule nehmen, aufzuschlüsseln und bei vorliegendem Ergebnis für alle
Studierenden transparent darzustellen. Diesen Bestrebungen, die es derzeit landesweit an vielen
Hochschulen gibt, sind durch den Bürokratie- und Verwaltungsapparat des „Unternehmen
Hochschule“ enge Grenzen gesetzt. Es ist oft sehr schwer nachvollziehbar bis undurchsichtig,
welchen Weg die Gelder nehmen. Lina Render, Sozialreferentin des AStA dazu: „Selbstverständlich
sehen wir es als unsere Aufgabe, unsere Mitbestimmungsrechte z.B. in der „Kommission zur Vergabe
der Studiengebühren“ in Anspruch zu nehmen. Diese Mitwirkung legitimiert in keinster Weise die
Studiengebühren selbst, deren soziale Unverträglichkeit spätestens durch die Ergebnisse der letzten
HIS-Studie allen klar sein müssten.“